Europas Handel mit Russland: Vom Röhrengeschäft bis zum Gasausstieg

Die EU war über drei Jahrzehnte Russlands wichtigster Handelspartner. Im Rekordjahr 2012 tauschten beide Seiten Waren für 321,5 Mrd. Euro aus, 2025 nur noch für 58,3 Mrd. Euro, weniger als ein Fünftel. Russland fiel unter den Handelspartnern der EU von Platz fünf auf Platz 19.

Nach dem Ende der Sowjetunion wurde Westeuropa Russlands Hauptpartner. Im Jahr 2008 entfielen 52,3% des russischen Außenhandels auf die EU. Sanktionen, Gegensanktionen und Rubelkrise drückten den Handel ab 2014. Zwischen 2021 und 2025 schrumpfte er um mehr als drei Viertel. Die Bundesrepublik war 1986 der größte westliche Handelspartner der Sowjetunion, 2025 ist Deutschland weiterhin Russlands größter Handelspartner in der EU. Der Anteil des deutschen Handels sank jedoch von 22% im Vorkrisenjahr 2021 auf 13% des EU-Handels mit Russland. 

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Sowjetzeit: Röhren gegen Gas, Autos aus Togliatti

Den Großteil ihres Außenhandels wickelte die Sowjetunion mit den sozialistischen Staaten Osteuropas ab, wichtigster Partner war 1986 die DDR mit 11,5% des Umsatzes. Unter den westlichen Ländern führte die Bundesrepublik mit 4,3%, vor Finnland (3,0%), Italien (2,3%), Frankreich (2%) und Österreich (1,1%), zeigt das sowjetische Jubiläumsjahrbuch „Volkswirtschaft der UdSSR in 70 Jahren“.

Im Westhandel zählten Italien und Österreich zu den Vorreitern. Am 15. August 1966 unterzeichnete der italienische Autobauer Fiat einen Vertrag über ein Autowerk an der Wolga. Im April 1970 liefen in Togliatti die ersten Wagen vom Typ WAZ-2101 vom Band, einem Nachbau des Fiat 124.

Österreich schloss am 1. Juni 1968 als erstes westeuropäisches Land einen Gasvertrag mit der UdSSR. Drei Monate später floss das erste Gas, schreibt der Energiekonzern OMV. Italiens Staatskonzern ENI vereinbarte im Dezember 1969 die Lieferung von 6 Mrd. Kubikmetern pro Jahr über 20 Jahre, das erste Gas floss im Mai 1974.

Die Bundesrepublik Deutschland folgte am 1. Februar 1970 mit dem Erdgas-Röhren-Geschäft. Die deutsche Seite sagte mehr als 1 Mio. Tonnen Großrohre zu, Moskau verpflichtete sich zu jährlich 3 Mrd. Kubikmetern Gas, erinnert der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Das erste sowjetische Gas erreichte 1973 beide deutsche Staaten. Bis 1980 stiegen die Lieferungen auf 10,7 Mrd. Kubikmeter für die Bundesrepublik und 6,5 Mrd. Kubikmeter für die DDR. Finnland nutzt sowjetisches Erdgas seit Januar 1974, Frankreich bezieht es seit 1976.

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Am 20. November 1981 unterzeichnete die Ruhrgas in Essen einen Vertrag über langfristige Lieferungen aus Sibirien. Ein US-Embargo gegen europäische Zulieferer hob Washington 1982 nach fünf Monaten wieder auf. Im Januar 1984 floss das erste Gas durch die 4451 km lange Leitung Urengoi–Pomary–Uschgorod nach Europa, berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Die engste wirtschaftliche Bindung an die Sowjetunion hatte Finnland. Beide Länder verrechneten ihren Handel in einem bilateralen Clearing, also ohne frei konvertierbare Währungen. Die UdSSR nahm von 1952 bis 1980 rund 15% der finnischen Exporte ab. „Finnland ist das einzige Land seiner Art, für das die UdSSR zumindest zeitweise der wichtigste Handelspartner war“, schreibt Pekka Sutela vom Osteuropa-Institut BOFIT der Finnischen Zentralbank. Den Rekord von knapp 27% erreichte der Exportanteil 1982. Zum 1. Januar 1991 beendete die Sowjetunion das Clearing.

Von 1991 bis 2013: Die EU ist Russlands wichtigster Partner

„Seit dem Zerfall der UdSSR ist die Europäische Union Handelspartner Nummer eins für Russland“, erklärt der russische Wirtschaftswissenschaftler Walerij Sumarokow. Am 1. Dezember 1997 trat das Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Russland in Kraft.

Mit den Erweiterungen von 2004 und 2007 traten die Staaten Mittel- und Osteuropas einschließlich des Baltikums der EU bei. Der EU-Anteil am russischen Außenhandel stieg von unter 37% im Jahr 2000 auf 52,3% im Jahr 2008.

Der Handel der heutigen 27 EU-Staaten mit Russland wuchs nach Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat von 94,1 Mrd. Euro im Jahr 2002 auf 272,3 Mrd. Euro 2008, fast das Dreifache. Im Jahr der weltweiten Finanzkrise 2009 fiel er auf 178 Mrd. Euro. Den Rekord erreichte der Warenaustausch 2012 mit 321,5 Mrd. Euro: Die EU exportierte Waren für 117,9 Mrd. Euro und importierte für 203,6 Mrd. Euro. Am 22. August desselben Jahres trat Russland der Welthandelsorganisation (WTO) bei.

Parallel wuchs die Infrastruktur. Ab 1999 lieferte der russische Gasmonopolist Gazprom Gas über die Leitung Jamal–Europa durch Belarus und Polen. Am 8. November 2011 eröffneten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew in Lubmin die Ostseepipeline Nord Stream, die mit dem zweiten Strang 2012 eine Kapazität von 55 Mrd. Kubikmeter erreichte.

Krim-Schock: Sanktionen, Rubelkrise und Rückzug

Am 31. Juli 2014 beschloss der Rat der EU seine ersten Sektorsanktionen gegen Russland als Antwort auf den Anschluss der Krim an Russland. Die Sanktionen beschränkten den Zugang großer staatlicher Banken zum europäischen Kapitalmarkt. Außerdem verboten sie die Lieferung von Technik für die Ölförderung in der Tiefsee, in der Arktis und aus Schiefergestein. Moskau schlug eine Woche später zurück: Mit dem Regierungsbeschluss Nr. 778 vom 7. August 2014 verbot Russland die Einfuhr von Fleisch, Milchprodukten, Fisch, Obst und Gemüse aus der EU. Die Agrar- und Lebensmittelexporte der EU nach Russland halbierten sich von 11,6 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 5,3 Mrd. Euro 2015. Am stärksten traf das Polen mit einem Rückgang von 1,25 Mrd. auf 0,4 Mrd. Euro und Litauen mit 1,37 Mrd. auf 0,49 Mrd. Euro. Die deutschen Agrarexporte fielen von 1,59 Mrd. auf 0,87 Mrd. Euro.

Zugleich sank der Ölpreis, und der Rubel stürzte ab. Am 16. Dezember 2014 hob die Russische Zentralbank den Leitzins über Nacht von 10,5% auf 17% an. Im Jahresmittel verteuerte sich der Euro von 42,4 Rubel 2013 auf 68 Rubel 2015, zeigen die offiziellen Kurse der Zentralbank. Für russische Käufer wurden europäische Waren damit um 60% teurer. Die EU-Exporte nach Russland fielen von 114,8 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 69,3 Mrd. Euro 2016. Die Maschinenlieferungen sanken von 25,8 Mrd. auf 15,0 Mrd. Euro, die Fahrzeuglieferungen von 14,8 Mrd. auf 6,6 Mrd. Euro. Insgesamt schrumpfte der Handel zwischen 2013 und 2016 von 313,9 Mrd. Euro auf 183,2 Mrd. Euro.

Der russische Automarkt brach 2015 um 36% auf 1,6 Mio. Fahrzeuge ein. Das amerikanische Unternehmen General Motors zog am 18. März 2015 seine damalige Tochter Opel ganz aus Russland ab und legte das Werk in St. Petersburg still. 

Auch eine Reihe deutscher Unternehmen zog sich nach 2014 zurück. Die Zahl der Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sank 2015 um 7% auf 5580.

2017 bis 2021: Investitionen trotz Sanktionen

Ab 2017 wuchs der Handel wieder. Der Umsatz der EU mit Russland stieg von 183,2 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf 243,2 Mrd. Euro 2018, zeigen Eurostat-Daten. Im Corona-Jahr 2020 fiel der Handel auf 173,8 Mrd. Euro, 2021 erreichte er dann wieder 252,8 Mrd. Euro.

Die größten Investitionen flossen in Energieprojekte. Der französische Konzern Total, heute TotalEnergies, hielt 20% an Yamal LNG. Das Projekt exportiert seit Ende 2017 Flüssigerdgas aus der Arktis. Im Mai 2018 kaufte Total zusätzlich 10% am Nachfolgeprojekt Arctic LNG 2 mit einer geplanten Kapazität von 19,8 Mio. t pro Jahr. Über seinen Anteil von rund 19% am Betreiber Novatek kam der Konzern dort auf eine wirtschaftliche Beteiligung von etwa 21,5%. Die österreichische OMV übernahm zum 1. Dezember 2017 für 1,72 Mrd. Euro von Uniper 24,99% am westsibirischen Gasfeld Juschno-Russkoje. Im April 2017 sagten Uniper, Wintershall, OMV, Engie und Shell je bis zu 950 Mio. Euro für Nord Stream 2 zu, zusammen die Hälfte der veranschlagten Kosten von 9,5 Mrd. Euro.

Auch die Autoindustrie baute ihre Präsenz aus. Renault übernahm Ende 2016 über eine Kapitalerhöhung die Mehrheit am größten russischen Autohersteller AvtoVAZ. 

Am 3. April 2019 eröffnete Daimler im Beisein von Präsident Wladimir Putin sein erstes Mercedes-Werk bei Moskau. Der Konzern investierte mehr als 250 Mio. Euro in ein Werk mit einer Kapazität von 25.000 bis 30.000 Autos im Jahr. Über einen Sonderinvestitionsvertrag erhielten die schwäbischen Autobauer bis 2025 einen Gewinnsteuersatz von 0%.

Die deutschen Direktinvestitionen erreichten 2018 laut Bundesbank mehr als 3,2 Mrd. Euro, so viel wie seit 2008 nicht mehr. Im Jahr davor waren es 1,6 Mrd. Euro gewesen, 2019 flossen 2,1 Mrd. Euro. Die Zahl der deutschen Unternehmen in Russland sank dennoch weiter und lag Ende 2021 bei 3651, 42% weniger als 2011.

Auch 2021 blieb die EU mit 35,9% des russischen Außenhandels der größte Partner. Auf Deutschland entfielen 7,3%, auf die Niederlande 5,9% und auf Italien 4%, ergab eine von der russischen Wirtschaftszeitung RBC zitierte Auswertung des Beratungsnetzwerks FinExpertiza.

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Seit 2022: Handel auf dem tiefsten Stand seit 1999

Im Jahr 2022 stieg der wechselseitige Handel zwischen Russland und der EU wegen der hohen Energiepreise noch auf 257,6 Mrd. Euro. Danach brach er ein: auf 89,1 Mrd. Euro 2023, 68,2 Mrd. Euro 2024 und 58,3 Mrd. Euro 2025. Die Rohölimporte aus Russland sanken von 48,2 Mrd. Euro im Jahr 2021 auf 4 Mrd. Euro, die Einfuhr von Flüssigerdgas stieg dagegen von 5,2 Mrd. auf 7,4 Mrd. Euro. In der Gegenrichtung wuchsen die Arzneimittelexporte auf 9,7 Mrd. Euro, die Maschinenexporte fielen von 19,5 Mrd. auf 2,3 Mrd. Euro.

Im ersten Halbjahr 2026 sank der Warenaustausch zwischen Russland und der EU um 13% auf 26,9 Mrd. Euro. Das ist der niedrigste Halbjahreswert seit 1999, rechnete die Tageszeitung Kommersant auf Basis von Eurostat-Daten vor. Russland lieferte Waren für 12,2 Mrd. Euro in die EU. Die EU exportierte für 14,8 Mrd. Euro nach Russland und erzielte einen Überschuss von 2,6 Mrd. Euro. Größter Partner blieb Deutschland mit 3,8 Mrd. Euro vor Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Ungarn.

Die russischen Lieferungen brachen weiter ein: bei Rohöl um 51%, bei Eisen und Stahl um 43%, bei Düngemitteln um 74%. Die EU-Exporte hielten sich dagegen mit einem Minus von 1,3% fast stabil, weil die Arzneimittellieferungen um 21% auf 5,7 Mrd. Euro stiegen.

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Deutsch-russischer Handel: Einbruch um 90% seit 2012

Der deutsch-russische Handel wuchs von 13,8 Mrd. Euro im Jahr 1996 auf 24,9 Mrd. Euro 2001 und 69,4 Mrd. Euro 2008, zeigen Daten des Statistischen Bundesamts. Seinen Höchststand erreichte der Handel 2012 mit 80,9 Mrd. Euro. Deutschland exportierte damals Waren für 38,1 Mrd. Euro nach Russland und importierte für 42,8 Mrd. Euro. Russland stand für 4,1% des deutschen Außenhandels, meldet das Statistische Bundesamt.

Im Jahr der ersten EU-Sektorsanktionen 2014 sank der Umsatz auf 67,5 Mrd. Euro, im Corona-Jahr 2020 auf 45 Mrd. Euro. Bis 2021 erholte er sich deutlich auf 59,8 Mrd. Euro, und Russland lag auf Rang 13 der deutschen Handelspartner, zeigen Daten des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Öl und Gas machten mit 19,4 Mrd. Euro 59% der Importe aus. Wichtigste Exportgüter waren Maschinen mit 5,8 Mrd. Euro sowie Kraftfahrzeuge und Teile mit 4,4 Mrd. Euro.

Die Exporte fielen 2022 um 45% auf 14,5 Mrd. Euro, die Importe stiegen wegen der hohen Energiepreise auf 36,4 Mrd. Euro. Deutschland verbuchte ein Handelsdefizit mit Russland in Höhe von 21,8 Mrd. Euro. Ein Jahr später brach der wechselseitige Handel auf 12,6 Mrd. Euro ein, Russland fiel von Rang 14 der Handelspartner auf Rang 38. Danach folgten 9,4 Mrd. Euro und Rang 45 im Jahr 2024 sowie 8,2 Mrd. Euro und Rang 48 im Jahr 2025. Die Exporte sanken 2025 um 9% auf 6,9 Mrd. Euro, die Importe um 31% auf 1,3 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2026 rutschte Russland auf Rang 49. Die Exporte fielen um 2,8% auf 3,4 Mrd. Euro, die Importe um 23% auf 0,5 Mrd. Euro.

Auch die Warenstruktur hat sich stark verändert. Wichtigstes Exportgut sind heute Arzneimittel mit 2,5 Mrd. Euro, 36% der Lieferungen 2025 und 6,6% mehr als im Vorjahr. Maschinen kamen auf 0,8 Mrd. Euro, 87% weniger als 2021. Bei den Importen stehen Metalle mit 0,42 Mrd. Euro an der Spitze, knapp vor Nahrungs- und Futtermitteln mit 0,38 Mrd. Euro. Öl und Gas aus Russland tauchen in der deutschen Statistik nur noch mit 1,5 Mio. Euro auf.

Deutschland bleibt vorn, Gasabnehmer rücken auf

2021 entfielen mit 55,7 Mrd. Euro 22% des EU-Russland-Handels auf Deutschland. Es folgten die Niederlande mit 34,5 Mrd. Euro, Italien mit 26,3 Mrd., Polen mit 24,7 Mrd. und Frankreich mit 16,2 Mrd. Euro. Dahinter lagen Finnland (12,3 Mrd.), Belgien (12,1 Mrd.), Litauen (8,3 Mrd.), Spanien (8,2 Mrd.) und Tschechien (6,6 Mrd. Euro).

Deutschland war auch 2025 laut Eurostat der wichtigste EU-Handelspartner Russlands, mit 7,8 Mrd. Euro und einem Anteil von 13% am Handel zwischen Russland und der EU. Das Statistische Bundesamt, das Importe dem Ursprungsland zuordnet, kommt auf 8,2 Mrd. Euro. Frankreich rückte mit 6,1 Mrd. Euro von Platz fünf auf Platz zwei vor, Ungarn mit 5,6 Mrd. Euro von Platz elf auf Platz vier. Es folgen die Niederlande (5,6 Mrd.), Belgien und Italien (je 5,4 Mrd.), Polen (3,4 Mrd.), die Slowakei (3,0 Mrd.), Spanien (2,7 Mrd.) und Griechenland (1,5 Mrd. Euro). Ungarns Handel mit Russland liegt nur 7% unter dem Niveau von 2021.

Frankreich importierte 2025 Waren für 4 Mrd. Euro aus Russland und exportierte für 2,1 Mrd. Euro. Ungarn kam auf 4,7 Mrd. Euro Importe bei 0,8 Mrd. Euro Exporten, die Slowakei auf 2,8 Mrd. Euro bei 0,2 Mrd. Euro. Italien und Deutschland exportieren dagegen überwiegend: Italien lieferte für 3,7 Mrd. Euro und bezog für 1,6 Mrd. Euro, Deutschland lieferte für 6,9 Mrd. Euro und bezog für 0,9 Mrd. Euro.

Hinter den EU-Importen steht vor allem Gas. Im Juni 2026 kaufte Belgien russisches Gas für 268 Mio. Euro, Frankreich für 258 Mio. und Ungarn für 218 Mio. Euro. Ungarn und die Slowakei erhalten als einzige EU-Länder Pipelinegas. Eurostat verbucht einen Import in dem EU-Land, in dem die Ware in den freien Verkehr der Union gelangt. Fließt regasifiziertes LNG weiter, gilt es deshalb als Handel innerhalb der EU. Auch die bundeseigene SEFE, früher Gazprom Germania, lässt Flüssigerdgas aus ihrem Vertrag mit Yamal LNG in europäischen Häfen entladen. In der deutschen Einfuhrstatistik erscheinen Öl und Gas aus Russland 2025 nur noch mit 1,5 Mio. Euro.

Die größten Handelsrückgänge verzeichnen die direkten Nachbarn Russlands. Finnlands Handel fiel von 12,3 Mrd. auf 1,2 Mrd. Euro, der Litauens von 8,3 Mrd. auf 0,7 Mrd. und der Polens von 24,7 Mrd. auf 3,4 Mrd. Euro.

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Russlands Anteil an den Gasimporten der Union sank laut EU-Rat von 45% im Jahr 2021 auf 13%, beim Öl von 27% auf unter 3%. Im ersten Halbjahr 2026 hielten sich die LNG-Importe mit 4,5 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau, die Pipelinegasimporte sanken um 10% auf 2,9 Mrd. Euro.

Mit dem Gasverbot entfällt 2027 knapp die Hälfte der verbliebenen EU-Importe aus Russland. Moskau richtet seinen Außenhandel derweil nach Osten aus. Asien stand 2025 für 73,4% des russischen Außenhandels, Europa für 18,6%, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Ministerpräsident Michail Mischustin bezifferte den Anteil der als befreundet eingestuften, keine Sanktionen gegen Russland verhängenden Staaten am Außenhandel im September sogar auf 85%.


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01.10.2026

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