Dividendenausschüttung mit Kammer-Unterstützung möglich

Im April hat in Russland die Dividendensaison begonnen: Der Höhepunkt der Dividendenausschüttungen russischer Emittenten liegt traditionell im Zeitraum April bis Juni. Experten zufolge könnten Unternehmen in dieser Phase bis zu zwei Billionen Rubel ausschütten, umgerechnet rund 22,7 Mrd. Euro.

Nachdem 2025 Dividenden an Firmen aus sogenannten unfreundlichen Ländern, die gegen Russland Sanktionen verhängt haben, nur in wenigen Einzelfällen genehmigt wurden, deutet sich nun eine vorsichtige Trendwende an. Russische Behörden sind eher bereit, Dividendenausschüttungen zu erlauben. Hintergrund ist unter anderem die Aufwertung des Rubels, die Exporte belastet und durch Kapitalabflüsse gedämpft werden könnte.

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer hat in den vergangenen Jahren eine Reihe ihrer Mitgliedsunternehmen erfolgreich dabei unterstützt, Dividendenzahlungen vom zuständigen Fachministerium und der Unterkommission des Finanzministeriums genehmigt zu bekommen.

Zögern Sie nicht, uns anzusprechen, zumal die regulatorischen Hürden hoch bleiben: 2022 wurden Dividenden an ausländische Unternehmen faktisch blockiert und auf spezielle „C“-Konten innerhalb Russlands umgeleitet. Seit 2023 sind zwar Einzelfreigaben durch die genannte Regierungskommission möglich, diese werden jedoch weiterhin restriktiv erteilt.

Eine der Grundvoraussetzungen für eine Genehmigung ist neben Investitionen ein Engagement in regionalen Sozialprojekten. Konkret muss ein Unternehmen nachweisen, dass es rund 10% der Dividenden hierfür aufwendet. Dabei wird die genaue Quote individuell verhandelt. Auch wenn formal nicht zwingend, ist die Einbindung regionaler Behörden de facto entscheidend für den Erfolg. Die Kammer engagiert sich seit Jahren im Bereich sozialer Verantwortung und hat vor gut fünf Jahren das Komitee Soziale Verantwortung gegründet. Das Komitee hat im vergangenen Jahr eine Broschüre auf Deutsch und Russisch mit einer Liste von Sozialprojekten in verschiedenen Regionen Russlands veröffentlicht, die Unternehmen als Orientierung dienen kann.

Berücksichtigt werden außerdem Faktoren wie die wirtschaftliche Bedeutung des Unternehmens, die Erfüllung abgestimmter KPIs sowie die Fähigkeit zu regelmäßigen Ausschüttungen (z. B. quartalsweise). Investitionen der Muttergesellschaft seit April 2023 können ein vereinfachtes Verfahren ermöglichen. Wichtig: Maximal 50% der Gewinne aus Vorjahren dürfen ausgeschüttet werden.

Das Antragsverfahren ist umfangreich und umfasst u. a. offizielle Schreiben, Investitions- und Produktionsdaten, Mitarbeiterzahlen, KPI-Nachweise, Finanzkennzahlen und Gesellschafterbeschlüsse. Die Bearbeitung kann mehrere Monate dauern. Parallel müssen Unternehmen mit Prüfungen durch verschiedene Behörden rechnen, u. a. durch den FSB, Finanzaufsicht und den Zoll. Vor diesem Hintergrund ist ein kontinuierlicher Dialog mit zuständigen Ministerien und lokalen Behörden entscheidend. Ebenso empfiehlt die Kammer eine zurückhaltende öffentliche Kommunikation, um regulatorische Risiken zu minimieren.

Für Rückfragen zu Dividendenausschüttungen stehen Ihnen Kammer-Geschäftsführer Ruslan Kokarew (kokarew@kammer.ru) sowie Projektmanagerin Julia Suchomlinowa (sukhomlinowa@kammer.ru) zur Verfügung.

07.05.2026

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