Seit diesem Monat wird der digitale Rubel in Russland schrittweise auf breiter Basis eingeführt. Das Gesetz Nr. 248-FZ verpflichtet systemrelevante Banken und unter bestimmten Voraussetzungen auch große Unternehmen und Handelsketten, Zahlungen in digitalen Rubeln anzunehmen. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zum digitalen Rubel mit Schwerpunkt auf Unternehmen zusammengefasst.
Die russische Zentralbank führt zwölf Banken und Kreditinstitute als systemrelevant, darunter Sberbank, VTB, Gazprombank, Alfa-Bank und T-Bank. Unternehmen und Handelsketten, die im Vorjahr einen Umsatz von mehr als 120 Mio. Rubel, umgerechnet rund 1,2 Mio. Euro, erzielt haben und von einer dieser Banken betreut werden, müssen Zahlungen in digitalen Rubeln akzeptieren. Ab dem 1. September 2027 gilt diese Verpflichtung dann auch für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 30 Mio. Rubel, rd. 300.000 Euro, ab September 2028 wird der Schwellenwert weiter auf 20 Mio. Rubel gesenkt, umgerechnet 200.000 Euro.
Für Privatpersonen sind Transaktionen mit dem digitalen Rubel kostenlos. Für Unternehmen bleiben sie bis Ende 2026 gebührenfrei. Ab dem 1. Januar 2027 beträgt die Gebühr für die Annahme von Zahlungen durch Privatpersonen 0,3% – höchstens jedoch 1500 Rubel. Für Unternehmen der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft – 0,2%, maximal aber 10 Rubel. Überweisungen zwischen Unternehmen kosten 15 Rubel. Zum Vergleich: Die Gebühren für die Abwicklung von Kartenzahlungen – das sogenannte Acquiring – liegen in der Regel bei 1,5–2,5%, bei Zahlungen über das russische Schnellzahlungssystem SBP bei 0,4–0,7%.
Zu den Vorteilen des digitalen Rubels für Unternehmen zählen neben den niedrigen Gebühren auch die sofortige Gutschrift von Geldern sowie die rund um die Uhr verfügbare Plattform und die Möglichkeit, Transaktionen rund um die Uhr durchzuführen, erklärt Swetlana Jakowlewa, Leiterin der Abteilung für digitale Unternehmensservices bei der Gazprombank. Die Handelsketten Lenta, Magnit und Fix Price sowie die zur X5 Group gehörenden Ketten Pyaterochka, Perekrestok und Chizhik haben bereits angekündigt, Zahlungen in digitalen Rubeln anzunehmen.
Was ist der digitale Rubel?
Der digitale Rubel ist neben Bargeld und Buchgeld die dritte Form der russischen Landeswährung. Er soll zur Stabilität der nationalen Zahlungsinfrastruktur beitragen. Digitale Rubel werden auf speziellen Konten von Privatpersonen und Unternehmen auf der Plattform der russischen Zentralbank verwahrt.
Geschäftsbanken fungieren als Vermittler und ermöglichen ihren Kunden über ihre mobilen Apps den Zugang zur Plattform der Zentralbank. Die Guthaben können über die App jeder Bank verwaltet werden, die an die Plattform angeschlossen ist. Der digitale Rubel kann ausschließlich für Zahlungen und Überweisungen verwendet werden: Einlagen oder Kredite in digitalen Rubeln sind laut der VTB-Bank nicht möglich. Die russische Zentralbank geht davon aus, dass sich der digitale Rubel innerhalb von fünf bis sieben Jahren als alltägliches Zahlungsmittel etabliert.