Die EU hat sich gestern nicht auf eine längerfristige Verlängerung der Russlandsanktionen gegen rund 3000 Personen und Unternehmen geeinigt. Stattdessen vereinbarten die EU-Botschafter eine siebentägige Verschiebung der Frist. Die Sanktionen wären andernfalls heute ausgelaufen.
Medienberichten zufolge hatten Frankreich und die Slowakei die Verlängerung blockiert und verlangt, den russischen Milliardär Alischer Usmanow von der Sanktionsliste zu streichen. Ein französischer Diplomat begründete die Haltung seines Landes gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters mit einem „konkreten Problem der nationalen Sicherheit“ sowie mit Bitten internationaler Partner.
Die britische Wirtschaftszeitung Financial Times berichtet in diesem Zusammenhang von einer möglichen Vereinbarung Frankreichs mit Aserbaidschan über die Freilassung dort festgehaltener französischer Staatsbürger. Laut dem Bericht habe sich die Mehrheit der 27 Mitgliedstaaten gegen die Streichung Usmanows ausgesprochen. Luxemburg habe angedeutet, die Streichung des russischen Milliardärs Michail Fridman zu verlangen, falls die Sanktionen gegen Usmanow aufgehoben würden, so das Blatt. / Reuters, Financial Times (beide EN); Frank Media (RU)