Vergleichbar mit revolutionären neuen Technologien wie dem Durchbruch von Gewehren oder der Elektrizität könnte künstliche Intelligenz (KI) einzelnen Nationen einen drastischen Vorsprung verschaffen und Russland in eine untergeordnete Stellung drängen. Das meint zumindest Alexander Krainow, Direktor für KI-Entwicklung beim größten russischen Internetkonzern Yandex. Schon heute sei der Zugang zu den leistungsfähigsten KI-Modellen ungleich, so Krainow. Sperren etwa von US-Anbietern wie OpenAI und Anthropic umgehen russische Nutzer bislang mit VPN-Diensten. Zugleich gehen russische Behörden gegen VPN vor und treffen damit auch heimische KI-Entwickler. Blieben die besten KI-Modelle dauerhaft einigen Ländern vorbehalten, wäre das laut Krainow ein gravierendes Risiko.
Am Dienstag hatte Sberbank-Chef German Gref auf einer Konferenz zur Cybersicherheit eingeräumt, dass russische KI-Entwickler etwa ein halbes Jahr hinter chinesischen zurückliegen. Hauptproblem sei die Rechenleistung, Grafikkarten seien schwerer zu beschaffen als früher. In westliche Modelle fließt laut Waleri Stromow, dem Leiter der Yandex-Sparte Alice und smarte Geräte, 20- bis 30-mal mehr Geld als in das eigene Sprachmodell Alice AI. / Business FM (RU)