Russischer Carsharing-Markt schrumpft

Der russische Carsharing-Markt ist von Januar bis April 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,7% auf 17,3 Mrd. Rubel (umgerechnet rund 206 Mio. Euro) geschrumpft, berichtet die Wirtschaftszeitung Kommersant mit Verweis auf die russische Statistikbehörde Rosstat. Im gleichen Zeitraum 2025 war der Markt noch um 21,6 % gewachsen. Dem Blatt zufolge ist der Rückgang in erster Linie auf eine sinkende Nachfrage in Moskau zurückzuführen: In der Hauptstadt ging der Umsatz des Carsharing-Marktes in den ersten vier Monaten 2026 um 18,9% auf 16,6 Mrd. Rubel (rund 198 Mio. Euro) zurück. Vincenzo Trani, Gründer des Carsharing-Services „Delimobil“ und Chef der Italienisch-Russischen Handelskammer, führte den Nachfragerückgang auf eine unausgewogene Preispolitik der Betreiber zurück, insbesondere auf Tariferhöhungen. Nach Ansicht von Polina Volkova, Chefredakteurin der Fachzeitschrift „Truesharing“, wurde Carsharing ursprünglich für diejenigen entwickelt, die kein eigenes Auto kaufen wollten; inzwischen sei die Dienstleistung für viele unerschwinglich, weshalb die Menschen die U-Bahn bevorzugten. Als Ursachen für die steigenden Carsharing-Kosten nannte sie höhere Preise für Fahrzeuge, deren Wartung und Kraftstoff sowie eine gestiegene steuerliche Belastung. / Kommersant

15.06.2026

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