Das russische Ministerium für digitale Entwicklung bereitet eine Lizenzreform vor, die zum Ausscheiden von mindestens 33,2% der Telekommunikationsanbieter vom Markt führen könnte. Dies geht aus einem Bericht der Zeitung Kommersant hervor, der sich auf eine Präsentation des Verbandes Rosteleset beruft. Demnach bieten derzeit rund 4.220 Betreiber in Russland Breitbandinternetzugang an, von denen nur 7,6% die neuen Lizenzanforderungen erfüllen können. Auch etwa 80% der Anbieter von Kabelfernsehen werden die neuen Anforderungen nicht erfüllen können. Das Ministerium schlägt vor, anstelle der derzeitigen 20 Lizenzarten nur noch drei Lizenzstufen einzuführen. Eine Basislizenz im Kabelfernsehen soll ein Mindeststammkapital von 5 Mio. Rubel erfordern. Für eine Universallizenz im Bereich Breitbandzugang sind 30 Mio. Rubel vorgesehen, für eine Generallizenz für landesweite und kommunale Dienstleistungen 100 Mio. Rubel. Die neuen Anforderungen sollen am 1. September in Kraft treten, und ab Anfang 2028 sollen nur noch Telekommunikationsdienste nach den neuen Regeln zulässig sein. Die Reform wird sich negativ auf abgelegene Gemeinden auswirken, wo Abonnenten möglicherweise keine lokalen Anbieter mehr zur Verfügung stehen werden, warnt Dmitrij Galuschko, Leiter des Verbandes kleiner regionaler Telekommunikationsbetreiber. / Kommersant, Forbes (beide RU)