Fremdverwaltung als Warnsignal

Die jüngsten Fremdverwaltungen von Russlandaktiva westlicher Konzerne seien ein „Warnsignal an die EU“. So kommentierte Alexander Schochin, Chef des Unternehmerverbands RSPP, die von Präsident Putin seit vergangener Woche angeordneten Fremdverwaltungen bei insgesamt fünf Russlandtöchtern westlicher Unternehmen.

Moskau zeige damit, dass es über Gegenmaßnahmen verfüge, sollten die Europäer auf die eingefrorenen Reserven der Zentralbank zugreifen. In der EU werde das Signal aber offenbar nicht angemessen verstanden. Die Europäer würden weiter nach Wegen suchen, sich an den Aktiva zu bereichern, und Russland müsse dann reagieren, sagte er.

Zugleich forderte Schochin klare Kriterien dafür, wann ein Unternehmen unter Fremdverwaltung gestellt wird. Derzeit gebe es keine Kriterien, deren Erfüllung oder Nichterfüllung automatisch zur Übernahme führe. Ausschlaggebend sei vor allem, dass die Eigentümer aus „unfreundlichen“ Staaten stammten. Bei den ersten Fällen von Fremdverwaltung im Jahr 2023 sei dagegen klar gewesen, dass Russland nach dem Spiegelprinzip handle. Als Beispiel nannte er die Übernahme der Russlandtöchter von Uniper und Fortum als Antwort auf die Treuhandverwaltung von Aktiva von Rosneft und eventuell auch Gazprom in Deutschland.

Kremlsprecher Dmitrij Peskow hatte vergangene Woche die Fremdverwaltung u. a. mit der Herkunft der Mutterkonzerne aus „unfreundlichen“ Ländern erklärt. Darüber hinaus führte er die von Russland behauptete Beteiligung der betroffenen Länder an den Angriffen auf die russische Infrastruktur an. / TASS 1, 2, Prime (alle RU)

26.09.2026

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