Bei der russischen Tochtergesellschaft des deutschen Inkassodienstleisters EOS ist es offenbar zu einem ungewöhnlichen Führungswechsel gekommen: Unbekannte sollen mithilfe gefälschter Dokumente eine neue Geschäftsführerin ins russische Handelsregister eingetragen haben. Wie EOS dem Wirtschaftsmagazin RBC mitteilte, wurde am 9. Oktober Jelena Malachowa als neue Unternehmenschefin registriert. Sie ersetzt damit Anton Dmitrakow, der seit 2015 an der Spitze des Unternehmens stand, und Jelena Sawjalowa, die seit Oktober 2022 als Geschäftsführerin eingetragen war. Laut der Wirtschaftsdatenbank Spark ist Malachowa als Selbstständige registriert. Zuvor war sie bereits als Geschäftsführerin oder Miteigentümerin an acht inzwischen aufgelösten Unternehmen beteiligt. EOS spricht von einem betrügerischen Vorgehen und hat nach eigenen Angaben die zuständigen Behörden eingeschaltet. Das Unternehmen gehört zur deutschen EOS Group und zählt zu den drei größten Inkassodienstleistern in Russland. Die Gruppe ist seit 2007 auf dem russischen Markt aktiv. In den Jahren 2024 und 2025 hatte sie mit potenziellen Käufern über einen Verkauf ihres Russlandgeschäfts verhandelt, allerdings ohne Erfolg. / RBC (RU)