Dulux-Hersteller unter Fremdverwaltung

Zum ersten Mal im laufenden Jahr hat Russlands Präsident Wladimir Putin ein großes ausländisches Unternehmen unter Fremdverwaltung gestellt. Mit dem gestern veröffentlichten Dekret übergab Putin die russischen Tochtergesellschaften des niederländischen Farbenherstellers Akzo Nobel an das russische Unternehmen RSA. Dieses hatte schon Ende 2025, als das Fremdverwaltungs-Dekret Nr. 302 von April 2023 das letzte Mal in vergleichbarer Weise angewendet wurde, die Kontrolle über die russischen Aktiva des dänischen Dämmstoffproduzenten Rockwool erhalten. Zu Akzo Nobel gehört u. a. die Lack-Marke Dulux, die in Russland unter dem Namen Luxium vertrieben wird. Von der Fremdverwaltung betroffen sind auch drei Fabriken im Gebiet Moskau und im Gebiet Lipezk.

In seiner Stellungnahme zur Entscheidung des Kremls betonte Akzo Nobel, dass die Eigentumsverhältnisse zunächst unverändert blieben. Auf Russland entfielen weniger als 2% des Konzernumsatzes, der Markt habe eine nur geringe Bedeutung für das Gesamtergebnis. Nach den EU-Sanktionen im Jahr 2022 habe das Unternehmen einen bedeutenden Teil seiner Aktivitäten in Russland eingestellt. Das verbliebene lokale Geschäft sei vollständig lokalisiert, vom Konzern abgeschottet und erhalte keine finanzielle Unterstützung der Muttergesellschaft, so die Mitteilung. / Kommersant (RU), Akzo Nobel (EN)

14.07.2026

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