
In Deutschland kostet die Arbeit je gebautem Auto 3307 Dollar. Das ist rund zweieinhalbmal so viel wie in den USA mit 1341 Dollar. Das geht aus einer Studie der US-Unternehmensberatung Oliver Wyman hervor, die Daten von mehr als 250 Autowerken weltweit für 2024 auswertet. In Europa weist Rumänien mit 273 Dollar die niedrigsten Arbeitskosten auf (siehe Grafik).
Europäische Premiumhersteller wie Mercedes-Benz, BMW und Audi kommen über alle ihre Werke weltweit auf durchschnittliche Arbeitskosten von 2232 Dollar pro Fahrzeug, Massenhersteller wie Hyundai, Renault oder Stellantis auf 880 Dollar. Deutschland schneidet laut den Autoren der Studie auch deshalb schlecht ab, weil dort vor allem aufwendig konstruierte Premiummodelle gebaut werden. Hinzu kommen starke Gewerkschaften und strenge Arbeitszeitregeln. Die Energiepreise sind in den Zahlen nicht berücksichtigt.
Zu Russland macht Oliver Wyman keine Angaben. Der russische Telegram-Kanal Awtowos setzt die Arbeitskosten mit 5–10% des Endpreises an. Er rechnet mit dem Verkaufsschlager Lada Granta, der das günstigste Modell des russischen Autobauers AwtoWAS ist. Ein Lada Granta kostet demnach im Schnitt rund 1,1 Mio. Rubel (12.200 Euro), womit sich bis zu 1250 Dollar Kosten ergeben. Für höherpreisige Modelle nennt Awtowos keine Zahlen. Für das teuerste Lada-Modell, die Limousine Aura, die rund 2,8 Mio. Rubel (31.000 Euro) kostet, ergäben sich nach derselben Rechnung Arbeitskosten von bis zu 280.000 Rubel, also umgerechnet rund 3100 Euro oder 3500 Dollar. / Oliver Wyman (EN), Awtowos, TASS (beide RU)