Die EU-Kommission schlägt Einfuhrbeschränkungen auf russischen Alaska-Seelachs vor. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Verweis auf eigene Recherchen. Demnach sei im 21. Sanktionspaket gegen Russland vorgesehen, dass die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland in die EU auf den Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 begrenzt wird. Nach einem Jahr soll die Menge auf drei Viertel und nach zwei Jahren auf die Hälfte sinken.
Deutschland hat laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr 93.500 Tonnen Alaska-Seelachs im Wert von 228 Mio. Euro importiert. Der russische Anteil an den Importen stieg von 15% im Jahr 2020 auf 45% im Jahr 2024, berichtet das Thünen-Institut, das Forschungsinstitut des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Ihm zufolge ist Deutschland in der EU der größte Abnehmer von russischem Alaska-Seelachsfilet. Zudem stünden in Deutschland die größten Fischstäbchenfabriken der Welt. Der Ausfall der russischen Lieferungen könne kaum verkraftet werden, da es eine vergleichbar große Produktion nur noch in den USA gebe. Diese sei jedoch durch langfristige Lieferverträge gebunden. Das Thünen-Institut warnt daher vor einem „unwiderruflichen Schaden“ für die deutsche Fischindustrie und die Versorgung der EU mit Fischstäbchen und anderen günstigen Fischprodukten.
In Deutschland ansässige Produzenten wie Iglo oder Frosta äußerten sich auf Anfrage der dpa zunächst nicht. Russland könnte seine Exporte in andere Märkte leiten, in erster Linie nach China, wo die russischen Meeresfrüchteexporte laut ITC Trade Map etwa 14,4% der chinesischen Fischimporte ausmachen. / dpa