Am vergangenen Freitag senkte der Direktorenrat der russischen Zentralbank den Leitzins von 15 auf 14,5% pro Jahr. Die Entscheidung erfolgte unter Berücksichtigung makroökonomischer Indikatoren, darunter Inflation und Inflationserwartungen, wie der Pressedienst der Zentralbank mitteilte. Eine Fortsetzung des Zinssenkungszyklus war erwartet worden; Experten waren sich lediglich über das Ausmaß der Senkung uneinig. Der Direktorenrat der Zentralbank entschied sich für eine vorsichtige Vorgehensweise und beschloss eine Senkung um 0,5 Prozentpunkte anstelle von 1%. Das saisonbereinigte Preiswachstum im ersten Quartal 2026 lag im Jahresvergleich bei durchschnittlich 8,7%, nach 4,4% im vierten Quartal 2025. Dieser negative Trend ist auf einmalige Faktoren wie Mehrwertsteuererhöhung und Indexierung der Stromtarife zurückzuführen. Bereinigt um diese Faktoren blieb die Inflationsschätzung unverändert und liegt weiterhin im Bereich von 4 bis 5% auf Jahresbasis, so die Zentralbank. Auch die Daten zu den Inflationserwartungen sind widersprüchlich. Sie sanken für die Gesamtbevölkerung, blieben für das verarbeitende Gewerbe unverändert und stiegen für die Teilnehmer am Finanzmarkt leicht an. / Zentralbank, Kommersant, BFM (alle RU)