Die russische Zentralbank hat in einer Sitzung am 24. Juli entgegen den Erwartungen vieler Experten ihren Leitzins von 14,25% auf 14% gesenkt. Dies ist die zehnte Senkung in Folge, nachdem der Leitzins im Juni 2025 bereits um einen Prozentpunkt von seinem Höchststand von 21% reduziert worden war. Die Zentralbank stufte den sommerlichen Preisanstieg und die gestiegenen Inflationserwartungen als vorübergehend ein und sah keine Notwendigkeit für geldpolitische Maßnahmen. Insgesamt wirkten die Aussagen der Zentralbank beruhigend: Sie geht davon aus, dass die Treibstoffprobleme gelöst werden und die aufgrund der Angriffe stillgelegten Raffinerien sich schrittweise erholen werden. Laut Zentralbank lag die saisonbereinigte Inflation im zweiten Quartal im Jahresdurchschnitt bei 5%, nach 8,7% im ersten Quartal. Auch die Kerninflation verlangsamte sich von 6,2% auf 4,2%. Die Zentralbank erwartet, dass die Inflation bis zum Jahresende zwischen 6% und 7% liegen wird.
Der russische Unternehmerverband RSPP bezeichnete die Zinssenkung als „größtenteils symbolisch“. „Beim aktuellen Leitzins bleiben die Kreditkosten für Unternehmen hoch – bei rund 18% bis 20% pro Jahr und mehr. Unter diesen Bedingungen wird ein erheblicher Teil der Investitionsprojekte, insbesondere in der Industrie, wirtschaftlich unrentabel“, kommentierte Alexander Murytschew, Vizepräsident des RSPP. / ZB, Kommersant 1, 2, 3 (alle RU)