Die Aktien der zweitgrößten russischen Bank VTB haben am Dienstagabend und gestern im frühen Handel um bis zu 13% an Wert verloren. Auslöser für den Krach war die Entscheidung des Aufsichtsrats, 25% des Vorjahresgewinns als Dividende auszuschütten. 2025 hatte die Staatsbank noch 50% ausgeschüttet, damals 275 Mrd. Rubel (3,3 Mrd. Euro). Die jetzt beschlossene Dividende ist mit 125,5 Mrd. Rubel (1,5 Mrd. Euro) weniger als halb so groß. Nach Einschätzung des Brokers BCS hatten die Investoren mit einer Ausschüttung von mindestens 35% gerechnet. Zusätzlich überraschte die Ankündigung einer Kapitalerhöhung, erklären die Analysten. Die Bank will 6,3 Mrd. zusätzliche Aktien im Wert von bis zu 500 Mrd. Rubel (6 Mrd. Euro) an der Moskauer Börse platzieren, was beinahe der Hälfte des aktuellen Aktienbestands entsprechen würde. Die Emission komme schneller als erwartet, so BCS.
Im Verlauf des gestrigen Handels erholte sich die Aktie praktisch vollständig. Trotz der enttäuschenden Ausschüttung sei die Dividendenrendite mit 12% ganz ordentlich, stellt das Business-Radio BFM fest. Der Finanzanalyst Alexander Timofejew gibt zu bedenken, dass es an den russischen Börsen „nicht so viele Investitionsideen“ gebe und dass VTB trotz der jüngsten Nachrichten eines der vielversprechendsten Unternehmen sei. / Frank Media, Kommersant, RBC, BFM (alle RU)