Bis zu 70% der russischen grenzüberschreitenden Transaktionen mit internationalen Partnern werden derzeit über alternative Kanäle abgewickelt und umgehen so das traditionelle Bankensystem. Dies erklärte Alexander Murytschew, Vizepräsident des russischen Unternehmerverbandes RSPP. Ihm zufolge hat sich die globale Transformation internationaler Zahlungsabwicklungen angesichts verschärfter Compliance-Verfahren und einer steigenden Zahl von Transaktionsablehnungen sogar durch Finanzinstitute in „freundlichen“ Jurisdiktionen beschleunigt.
Murytschew stellt fest, dass der Anteil von SWIFT an den grenzüberschreitenden Zahlungen aus Russland seit 2022 von 75–80% auf 48–52 % gesunken ist. Das freigewordene Volumen sei auf Zahlungsagenten, ausländische Niederlassungen, digitale Finanzanlagen (DFAs) und Tauschgeschäfte verteilt worden, so der Vizepräsident weiter. Doch die Flexibilität hat ihren Preis: Die Agentengebühren erreichten 2,5–5 %, und jede dritte Transaktion verzögere sich, gibt Murytschew zu bedenken. / Frank Media (RU)