Der vom Kreml eingesetzte Verwalter für die Russland-Aktiva des dänischen Dämmstoffherstellers Rockwool will die ihm anvertrauten Fabriken übernehmen. Man habe den Aktionären von Rockwool angeboten, die Aktiva zu verkaufen, „anstatt sie komplett zu verlieren“. Mit diesen Worten zitieren russische Medien Timur Amirow, den Generaldirektor des externen Verwalters RSA. Die Aktiengesellschaft wurde erst im Herbst 2025 in Moskau gegründet.
Neben seinem Unternehmen habe auch eine Gruppe von Privatinvestoren Interesse an Rockwool in Russland, so Amirow. Eine Schätzung des Unternehmenswerts sei in Arbeit und werde in etwa einem Monat vorliegen. Ob ein schneller Kaufabschluss gelingt, werde von der dänischen Seite abhängen. Rockwool hatte die Einsetzung der Fremdverwaltung scharf kritisiert. Aufgrund der nach Einschätzung von Amirow „groben“ Reaktion sei es unwahrscheinlich, dass die Fremdverwaltung zugunsten der Dänen aufgehoben werde, glaubt er. / Forbes, Interfax (beide RU)
🔎 Rockwool war am 31. Dezember 2025 von Präsident Wladimir Putin per Erlass Nr. 302 vom April 2023 unter Fremdverwaltung gestellt worden. Mehr über den Erlass und weitere Fälle von Fremdverwaltung lesen Sie in unserer Fokusanalyse Staat vs. Unternehmen: Fremdverwaltung und Nationalisierung in Russland.