Die Zahl der Fahrten auf dem Nördlichen Seeweg erreichte im September mit 133 einen Rekordwert – ein Anstieg von 46% gegenüber August und mehr als das Vierfache des Wertes von 2022. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf Daten des Schifffahrtsdatenanbieters Lloyd’s List Intelligence. Fast die Hälfte der Fahrten entfiel auf Schiffe unter russischer Flagge. Laut FT wächst das Interesse der Reedereien an der Arktisroute vor dem Hintergrund der schwindenden Eisdecke und der Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs im Nahen Osten und im Roten Meer. Im September durchquerte das chinesische Containerschiff Dubai Tower die Arktisroute von Qingdao nach Felixstowe in Großbritannien in 24 Tagen. Eine Fahrt durch den Suezkanal oder um das Kap der Guten Hoffnung hätte mindestens 40 Tage gedauert. Am 15. August kündigte die chinesische Reederei Sea Legend die Aufnahme regelmäßiger Frachtdienste nach Europa auf dem Nördlichen Seeweg an. Damals hieß es, dass die Risiken für die Schifffahrt im Roten Meer die Entwicklung dieser Route begünstigten. Gleichzeitig seien die Versicherungskosten für Schiffe in der Arktis rund 40 % höher als bei einer Route um Afrika. / Financial Times (EN), Vedomosti (RU)