Details zur Übergewinnsteuer

Russlands Präsident Wladimir Putin hat vor einem Monat die zuständigen Ministerien damit beauftragt, Pläne für eine Übergewinnsteuer in Höhe von 20% auszuarbeiten. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Interfax von Insidern. Die Übergewinnsteuer könnte auf den Teil der Gewinne der Unternehmen im vergangenen Jahr anfallen, der das Niveau der Jahre 2018 und 2019 übersteigt, so der Bericht. Dieser Zeitraum diente auch bei der Abschöpfung der Gewinne des Jahres 2022 als Basis, wobei der Steuersatz damals bei 10% lag.

Der stellvertretende Finanzminister Alexej Sasanow dementierte gegenüber der Wirtschaftszeitung Vedomosti, dass sein Ministerium selbst bereits konkrete Vorschläge für eine Übergewinnsteuer gemacht habe. Sein Haus prüfe derzeit noch, ob im vergangenen Jahr überhaupt von Übergewinnen die Rede sein könne, sagte er.

Die bisher von großen russischen Unternehmen für 2025 vorgelegten Bilanzen deuten nicht darauf hin, dass der Staat mit großen Einnahmen aus einer Übergewinnsteuer rechnen könnte. So meldete Gazprom Neft, der drittgrößte Ölproduzent des Landes, am Samstag eine Halbierung des Gewinns im Vergleich zu 2024 auf 246 Mrd. Rubel (2,75 Mrd. Euro) nach internationalen Rechnungsstandards (IFRS). Beim größten Ölproduzenten, dem ebenfalls staatlich kontrollierten Konzern Rosneft, sank der Gewinn sogar um beinahe das Vierfache auf 293 Mrd. Rubel (3,3 Mrd. Euro). Der zweitgrößte Ölproduzent, das Privatunternehmen Lukoil, wies für 2025 sogar einen Verlust von mehr als 1 Bio. Rubel (11,2 Mrd. Euro) aus, weil es seine Auslandsaktiva abgeschrieben hat. Der Gewinn aus der Geschäftstätigkeit brach um mehr als das Achtfache auf knapp 97 Mrd. Rubel ein (1,1 Mrd. Euro). / Vedomosti 12, Interfax 123 (alle RU)

14.04.2026

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