Die Moskauer Börse ist gestern erneut mit Verlusten in die Woche gestartet. Der Leitindex IMOEX gab um 2,2% nach und schloss erstmals seit Februar 2023 mit 2194 Punkten unter der Marke von 2200 Punkten.
Als mögliche Gründe für die anhaltende Schwäche der russischen Börse führen Analysten neben den bekannten Gründen wie Leitzins und Geopolitik mittlerweile auch die hohe Verzinsung der russischen Staatsanleihen an. Ende Juni hatte das Finanzministerium eine Anleihe mit Laufzeit bis Mitte 2037 und einer Verzinsung von fast 16,1% ausgegeben. Wegen der hohen Renditen ziehen Investoren ihre Mittel aus Aktien in Anleihen um, so die Erklärung.
Ein weiterer Faktor für die jüngsten Verluste sei die „Verwirklichung von Infrastruktur-Risiken“, sagt Lidija Michajlowa vom russischen Finanzanalysten Euler. Wie der Analyst des Brokers Finam, Dmitrij Losowoj, ausführt, haben Berichte über ukrainische Drohnenangriffe auf das Gebiet Omsk die Märkte zusätzlich belastet. Laut dem Gouverneur des Gebiets, Witalij Chozenko, war die Raffinerie in Omsk Ziel der Angriffe. Sie ist die größte Raffinerie in Russland. / Kommersant 1, 2, RBC (beide RU)