Russische Banken vergaben im Juni 1,22 Mio. neue Kreditkarten, 4,2% weniger als im Mai, berichtet die Kreditauskunftei NBKI. Die Vergabe sank damit bereits das dritte Mal in Folge im Monatsvergleich (siehe Grafik). Dmitrij Grizkewitsch, Analyst der Mittelstandsbank Promswjasbank, führt den Rückgang unter anderem auf die Regulierung der Zentralbank und die wachsende Konkurrenz durch Ratenkauf-Dienste zurück. Auch die zuletzt gesunkenen Einlagenzinsen spielten seiner Einschätzung nach eine Rolle. Sie machten es weniger attraktiv, Alltagsausgaben über die zinsfreie Kartenperiode zu finanzieren und das eigene Geld auf dem Sparkonto zu belassen. Die Kartenzinsen selbst seien weiterhin zu hoch, damit Kunden dauerhaft auf Kreditfinanzierung umstiegen, so der Experte.
Dennoch übertraf die Kartenvergabe im Juni den Wert des Vorjahresmonats um fast 20%, was NBKI mit der niedrigen Basis im 1. Halbjahr 2025 erklärt. Damals hatten strengere Vergaberegeln der Zentralbank die Vergabe von neuen Kreditkarten gebremst. / Vedomosti (RU)