Weniger Wachstum erwartet


Das russische Wirtschaftsministerium hat seine Wachstumsprognose für 2026 auf +0,4% gesenkt. Die bisherige, aus September 2025 stammende Prognose belief sich auf +1,3%. Auch die Aussichten für die kommenden Jahre verschlechterten sich deutlich, für 2027 von +2,8% auf +1,4% und für 2028 von +2,5% auf +1,9%.

Prognose der Öleinnahmen schlechter
Ein Grund für die schlechteren Aussichten seien die Ölpreise, die seit der Septemberprognose stark nachgelassen haben, erklärt das Ministerium. Es rechnet im laufenden Jahr mit einem Preis für das russische Urals-Öl von durchschnittlich 59 Dollar pro Barrel, was dem Wert der September-Prognose entspricht. Für die nächsten beiden Jahre sinkt im Basisszenario der erwartete Urals-Preis auf 50 Dollar pro Barrel. Im vergangenen Herbst hatte das Ministerium mit 61 Dollar im Jahr 2027 und 65 Dollar im Jahr 2028 gerechnet. Entsprechend niedriger fallen auch die erwarteten Öleinnahmen aus den Öl- und Gasexporten aus. Für 2027 belaufen sie sich auf 193,4 Mrd. Dollar, in der September-Prognose waren es 227,5 Mrd. Dollar. Die Korrektur für 2028 ist noch größer, von 251,2 Mrd. auf 200,6 Mrd. Dollar. Für das laufende Jahr verbesserte sich die Prognose von 215,2 Mrd. auf 220,1 Mrd. Dollar.

Hormus-Blockade bremst Weltwirtschaft
Das Ministerium zeigt sich somit skeptisch, was die Folgen des Iran-Konflikts für die russische Wirtschaft betrifft. Die Blockade der Straße von Hormus habe die Ölpreise zwar steigen lassen, erklärt das Ministerium. Langfristig werde aber darunter die Weltwirtschaft leiden und somit die Nachfrage nach Erdöl sinken. Gerade die Hauptabnehmer von russischem Öl in Ostasien seien davon am stärksten betroffen. Als weitere Gründe für die gesenkte Prognose führt das Ministerium ein langsameres Tempo der Leitzinssenkungen durch die Zentralbank sowie rückläufige gesamtwirtschaftliche Investitionen an.


Die Grafik zeigt weitere Parameter der neuen Makroprognose des Wirtschaftsministeriums. Sie bilden die Grundlage für die Arbeit am Haushaltsentwurf für die Jahre 2027 bis 2029. / Kommersant, Vedomosti (beide RU), Reuters (EN)

14.05.2026

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