
Der Bestand der in Russland vergebenen Pfandkredite ist im 2. Quartal um 34% im Jahresvergleich auf 126 Mrd. Rubel (1,4 Mrd. Euro) gestiegen, berichtet die Wirtschaftszeitung Vedomosti mit Verweis auf die Zentralbankstatistik. Insgesamt nahmen rund 2,4 Mio. Menschen die Dienste der Pfandleiher in Anspruch, wobei sie 4,9 Mio. Pfandverträge abschlossen.
Gemessen an den Zinsobergrenzen sind Pfandkredite deutlich günstiger als Mikrofinanzkredite. Die Zentralbank erlaubt Pfandhäusern im 4. Quartal einen effektiven Jahreszins von höchstens 102,9% bei Autos, 104,4% bei Schmuck und 171,8% bei anderen Gegenständen. Das entspricht einer Verzinsung von rund 9–14% pro Monat. Für Mikrofinanzkredite liegt die Obergrenze bei bis zu 292%, also rund 24% pro Monat, und für Bankkredite bei 24–73%, also 2–6% pro Monat.
Gegenüber den günstigeren Bankkrediten hätten Pfandkredite den Vorteil, dass sie binnen fünf Minuten ausgezahlt würden und die Kreditgeschichte keine Rolle spiele, erklärt der Pfandleiher-Verband RAL. Im April 2026 wurde zudem die Obergrenze für die Gesamtkosten über die Kreditsumme hinaus von zuvor 130% auf 100% gesenkt. Das bedeutet, dass die Kreditnehmer insgesamt höchstens das Doppelte des geliehenen Betrags zurückzahlen. / Vedomosti (RU)