
Die Nachfrage nach Stahl in Russland ist im ersten Halbjahr 2026 um 7,5% im Jahresvergleich gefallen, berichtet der Stahlkonzern Severstal. Im zweiten Quartal belief sich der Nachfragerückgang auf 3,5%. Absolute Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Wie die Wirtschaftszeitung Kommersant auf der Grundlage des vorjährigen Severstal-Berichts errechnete, dürfte der Verbrauch des Rohstoffs im Januar-Juli bei 18,3 Mio. Tonnen gelegen haben.
Der Stahlverbrauch in Russland ist seit Jahren rückläufig (s. Grafik). Im zweiten Halbjahr 2026 könnte er um 6% bis 7% unter dem Vorjahreswert liegen, womit die Talsohle erreicht sein dürfte, prognostiziert Marktanalyst Achmed Alijew von der Investmentfirma T-Investizii. Eine Trendwende wäre ihm zufolge nur möglich, wenn der russische Leitzins von aktuell 14% auf unter 12% sinken würde. Das könnte frühestens im vierten Quartal 2027 geschehen, schätzt der Experte. Neben dem hohen Leitzins setzten die wachsenden Schulden und die chinesische Konkurrenz auf den Exportmärkten die russische Stahlindustrie unter Druck, sagt Boris Krasnoschenow, Chefanalyst der russischen Großbank Alfa-Bank. / Kommersant (RU)